Es gibt Momente, in denen die Zeit stillzustehen scheint. Und die Nacht des Gründonnerstags in der Gemeinde Verges in der Region Empordà ist ohne Zweifel eines der besten Beispiele dafür. Die Prozession von Verges ist nicht irgendeine Prozession: Sie ist eine traditionelle Darstellung des Mysteriums der Passion, die ihre Wurzeln in den Ursprüngen des mittelalterlichen Theaters Kataloniens hat. Ein Erlebnis, das Besinnung, Kunst und eine Inszenierung vereint, die für Gänsehaut sorgt. Was macht die Prozession von Verges so besonders? Das Städtchen verwandelt sich anlässlich der Karwoche und insbesondere zur Erinnerung an eine Episode aus dem Leben Christi, seine Passion. Und dies geschieht mit Elementen, die Sie sonst kaum an einem anderen Ort der Welt finden werden. Die Prozession von Verges, die zum kulturellen Fest von nationalem Interesse erklärt wurde, mobilisiert einen großen Teil der Anwohner und zieht jedes Jahr Tausende von Besuchern aus aller Welt an. Ein Fest, das Sie vom ersten Moment an in seinen Bann zieht Dieses Fest ist so gestaltet, dass Sie es Schritt für Schritt genießen und sich vom Rhythmus der Stadt und des Tages mitreißen lassen. Am Morgen verwandeln sich die Straßen Carrer Orient und Carrer Migdia in die „Carrer dels Cargols“ (Straße der Schnecken): In diesen beiden langen und engen Gassen bereiten die Anwohner kleine Fackeln aus Schneckenhäusern vor, die nachts beim Vorbeiziehen der Prozession angezündet werden. Am Nachmittag findet eines der herausragendsten Ereignisse statt, die Sortida de les Manages, bei der die römischen Soldaten die verschiedenen Festwagen oder Mysterien in unterschiedlichen Teilen der Ortschaft abholen, die an der nächtlichen Prozession teilnehmen werden. Am Abend beginnt eine Reihe spektakulärer Darbietungen, die in drei Teile gegliedert sind: die Darstellung der drei Jahre des öffentlichen Wirkens Jesu (auf dem zentralen Platz Plaça Major), die Prozession durch die Straßen und die Kreuzigung Christi auf dem Hügel Golgatha. In diesem letzten Abschnitt kommt es zu einem der spektakulärsten Wendepunkte: dem Totentanz. Der Höhepunkt des Festes: der Totentanz Dies ist eines der wichtigsten Ereignisse und der Moment, auf den alle warten. Dieser Tanz, dessen Ursprung im Mittelalter liegt, dessen Inszenierung jedoch aus der Zeit des Barock stammt, ist ein einzigartiges kulturelles Juwel, das uns an die Gegenwart des Todes und den Lauf der Zeit erinnert. Der Tod als Thema in Literatur, Musik, Malerei und Religion – all das fließt in diesem Tanz von bezaubernder Plastizität zusammen. Fünf Skelette tanzen im schwankenden Schein von Fackeln zum rhythmischen und fast schon hypnotischen Klang einer Trommel. Jede Figur hat ihre eigene Symbolik: der Anführer des Schauspiels mit seiner großen Sense, der Fahnenträger mit der schwarzen Flagge und die Skelette, die Teller mit Asche oder eine Uhr ohne Zeiger tragen. Es ist ein ausdrucksstarkes Bild mit einer wunderschönen Ästhetik, das auf fast mystische Weise eine Verbindung zur Geschichte und in die Vergangenheit schafft. Verges jenseits der Prozession Verges ist ein Städtchen mit dem authentischen Charakter der Region Empordà, die einen Besuch in aller Ruhe verdient. Vor der Kulisse des Bergmassivs Montgrí und des Flusses Ter lädt es dazu ein, sich vor Beginn der Feierlichkeiten in den Straßen zu verlieren und sich von der Landschaft der Empordà-Ebene verzaubern zu lassen, die zahlreiche Wanderwege und weitere Angebote des aktiven Tourismus für ihre Besucher bereithält. Praktische Details zur Prozession von Verges und zum Totentanz Ort: Verges. Zielgruppe: Für alle Zielgruppen geeignet (für Familien ist zu beachten, dass ein Großteil der Darstellungen nachts stattfindet). Anreise: mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit den Linien der Unternehmen SARFA und AMPSA, ab Figueres und La Bisbal d’Empordà. Mit dem Auto von Girona über die N-IIA und dann die GI-633, von Figueres über die N-IIA und dann die C-31, von Barcelona über die AP-7 bis Ausfahrt 6 (Girona Nord).